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Warum steigende Umsätze im E-Commerce oft zu Kontrollverlust führen

  • Autorenbild: Josef Schindler
    Josef Schindler
  • 1. Dez. 2025
  • 9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Dez. 2025

Das Wichtigste vorab:

  • Steigende Umsätze im E-Commerce führen oft zu Kontrollverlust, weil Finanzprozesse nicht integriert sind und Daten aus verschiedenen Quellen zu spät zusammenlaufen.

  • Unterschiedliche Systeme für Shops, Payment, Buchhaltung und Steuer verursachen Brüche, die Marge, Liquidität und Entscheidungsqualität beeinträchtigen.

  • Automatisierte End-to-End-Verbindungen zwischen Bank, PSP, Buchhaltung und Steuer schaffen Echtzeit-Transparenz und minimierenreduzieren manuelle Fehler.

  • Echtzeitdaten ermöglichen aktuelle Auswertungen zu Umsatz, Gebühren und Cashflow – Entscheidungen basieren nicht mehr auf veralteten Monatsberichten.

  • Anstelle vieler Einzelsysteme braucht es einen durchgängigen Datenfluss, der Prozesse beschleunigt, Nacharbeit reduziert und nachhaltiges Wachstum ermöglicht.


Der globale E-Commerce-Markt wächst rasant. 2025 werden weltweit rund 4,8 Billionen US-Dollar umgesetzt. Doch während Bestellungen und Umsätze steigen, bleiben viele Finanzprozesse analog: Zahlungen, Buchungen und Berichte laufen zeitverzögert.

Dabei ist die finanzielle Infrastruktur die unsichtbare Grundlage für Wachstum und Weiterentwicklung. Sie verbindet alle Zahlenflüsse zwischen Bank, Payment-Providern, Buchhaltung, Steuer und Reporting. Wenn diese Verbindungen reißen oder zu spät synchronisiert werden, entsteht Reibung: Daten liegen in unterschiedlichen Systemen, Entscheidungen werden auf Basis veralteter Informationen getroffen und echte Steuerbarkeit geht verloren.

Wer Finanzprozesse im E-Commerce automatisieren will, schafft damit die Voraussetzung für skalierbares Wachstum – denn nur integrierte, automatisierte Abläufe ermöglichen Steuerung in Echtzeit statt im Rückblick.


Die 5 zentralen Kernprozesse der Finanzorganisation im E-Commerce

Das finanzielle Rückgrat eines E-Commerce-Unternehmens sorgt dafür, dass Umsätze, Zahlungen, Steuern und Auswertungen korrekt zusammenlaufen, unabhängig davon, wie viele Vertriebskanäle, Shops oder Zahlungsmittelanbieter genutzt werden.

Im Kern besteht diese Finance-Architektur aus fünf miteinander verbundenen Bereichen:

Prozess

Beschreibung

Typische Systeme/Tools

Verantwortlich

Risiko bei Lücken

Zahlungsabgleich

Abgleich zwischen eingegangenen Bestellungen, Zahlungsdienstleistern und Bankbewegungen.

Frienton,Shopify Payments, PayPal, Klarna, Stripe, Amazon Payments

Buchhaltung / Finance Ops

Differenzen zwischen Umsatz und Auszahlung, doppelte oder fehlende Buchungen

Buchhaltung

Erfassung aller Geschäftsvorfälle inklusive Gebühren, Retouren und Steuern.

Frienton, DATEV, Lexoffice, Xentral, sevDesk

Buchhaltung / Steuerkanzlei

Verzögerte BWA, falsche Kontierungen, fehlende Datenvalidierung

OSS / IOSS-Steuern & OSS

InternationaleEU-weite Umsatzsteuerabwicklung für grenzüberschreitende Verkäufe, in der EU über den One-Stop-Shop.

Amazon Seller Central, Shopify Tax, Easybill, Frienton OSS-Modul

Steuerberater:in / Finance Ops

Falsche Steuersätze, doppelte Meldungen, Mahnungen durch Fehlübermittlungen

Reporting & Controlling

Auswertung von Kennzahlen wie Umsatz, Marge, Gebühren, Liquidität und Steuerbelastung.

Frienton Live-Dashboard, Power BI, Excel

Geschäftsführung / CFO

Entscheidungen auf Basis veralteter oder unvollständiger Daten

Datenintegration & Automatisierung

Verknüpfung von Bank, Payment, Buchhaltung und Steuer zur Echtzeit-Datenbasis.

Frienton, Billbee, DATEV-API

Finance Ops / CTO

Medienbrüche, manuelle Exporte, kein Gesamtüberblick

Komplexität durch Multi-Channel- und Gebührenstrukturen

Im E-Commerce laufen pro Tag hunderte oder gar tausende Transaktionen ein, die oft in mehreren Währungen und über verschiedene ZahlungsmittelZahlungsanbieter erfolgen. Jeder dieser Anbieter (z. B. PayPal, Klarna, Stripe, Klarna) behält eigene Gebühren ein, zahlt in unterschiedlichen Intervallen aus und liefert eigene Daten-CSV-Formate. Was in der Startphase mit Excel evtl. noch funktioniert, stößt spätestens beim Skalieren an Grenzen.

Wenn diese fünf Prozesse nicht systematisch verbunden sind, entstehen Brüche, wodurch Zahlungen nicht mit Umsätzen übereinstimmen, Steuern doppelt gemeldet oder verspätet abgeführt werden und Reporting eine Realität zeigt, die längst veraltet ist.

Warum Buchhaltung im E-Commerce oft scheitert

Die meisten E-Commerce-Unternehmen scheitern nicht an der Buchhaltung selbst, sondern an den Rahmenbedingungen, unter denen sie stattfindet. Daten fließen aus zu vielen Quellen, kommen in unterschiedlichen Formaten an und sind selten vollständig synchron. Selbst gut organisierte Teams verbringen Stunden damit, CSV-Dateien zu prüfen, statt sich auf die Steuerung des Geschäfts zu konzentrieren.

Dateninseln und CSV-Chaos

Shop, Zahlungsanbieter, Bank und Buchhaltungssoftware sprechen selten dieselbe Sprache. Eine Bestellung bei Shopify kann in drei Systemen unterschiedlich aussehen:

  • im Shop als Bruttoumsatz,

  • im Payment-System als Nettobetrag nach Gebühren,

  • in der Buchhaltung als zugeordneter, aber noch nicht bestätigter Beleg.

Besonders bei Multi-Channel-Händlern – etwa wenn Shopify und, Amazon und Billbee kombiniert werden – entsteht eine komplexe Datenlandschaft, die sich nur mit automatisierten Schnittstellen zuverlässig beherrschen lässt.

Fehlende Echtzeitdaten in der Buchhaltung

Die Buchhaltung im E-Commerce ist häufig formal korrekt, aber zeitlich unbrauchbar, da Monatsreports längst vergangene Perioden abbilden. In der Zwischenzeit ändern sich Gebühren, Warenbestände, Retourenquoten oder sogar Steuersätze und das Management entscheidet auf Basis von Zahlen, die bereits überholt sind. Dadurch kommt es zu: 

  • Budgetentscheidungen ohne aktuelle Datenbasis,

  • verspätete Reaktionen auf Kostenveränderungen,

  • falsche Einschätzung von Margen oder Cashflow.

Beispiel: Ein Händler kalkuliert Marketingbudgets auf Basis der letzten BWA. In dieser BWA fehlen jedoch mehrere PSP-Gebühren und Retouren aus dem laufenden Monat. Die Folge: Maßnahmen erscheinen profitabel, obwohl sie tatsächlich Marge kosten.

Überforderung durch manuelle Buchungen

Gerade wachsende Händler erreichen an diesem Punkt den Wendepunkt, an dem mit jedem neuen Mitarbeitenden, jedem zusätzlichen Tool und jeder weiteren Excel-Datei die Übersicht schwindet und das Finanzsystem seine zentrale Steuerbarkeit verliert mit erheblichen Folgen:

  • Buchhaltungszeiten und -kosten steigen, statt zu sinken,

  • Korrekturen häufen sich zum Monatsende,

  • Teams arbeiten operativ korrekt, aber strategisch blind.

Ohne durchgängige Automatisierung bleibt die Buchhaltung reaktiv. Erst wenn Daten in Echtzeit zwischen Rechnung, Payment, Bank, Payment, Buchhaltung und Steuer fließen, wird sie zur Steuerungsgrundlage und nicht zur Dokumentationspflicht, die hohe Kosten verursacht. .

Die größten Wachstumsbremsen in Finanzprozessen

Zwischen Shopsystem, Zahlungsanbietern, Buchhaltung und Steuerkanzlei entstehen systematische Lücken, die direkt auf Marge und Steuerbarkeit wirken. Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Wachstumsbremsen im E-Commerce und welche Signale im Alltag darauf hinweisen.

Bremse

Beschreibung

Typisches Symptom

Auswirkung auf Wachstum

PSP-Abgleich (Payment Service Provider)

Zahlungen über PayPal, Klarna, Stripe oder Amazon Payments werden manuell geprüft und abgeglichen.

Abweichungen zwischen Shop-Umsätzen und PSP-Auszahlungen, Nachbuchungen am Monatsende.

Zeitverlust und falsches Bild über reale Marge; Marketingentscheidungen ohne verlässliche Zahlenbasis.

OSS-Komplexität

Unterschiedliche Steuersätze, Länderlogiken und Abrechnungszeiträume in EU-Verkäufen.

Fehlende oder doppelte OSS-Meldungen, Rückfragen von Steuerkanzlei oder Finanzamt.

Zusätzliche Buchhaltungszyklen, Risiken bei Steuerprüfung, Cashflow-Verzögerungen.

Retouren- und Gutschriftenbuchung

Rücksendungen und Teilrückerstattungen werden händisch oder verspätet verbucht.

Margen weichen von Realität ab, weil Stornierungen erst Wochen später abgebildet sind.

Falsche Gewinnermittlung, Überbewertung von Kampagnen, Liquiditätslücken.

Schnittstellenabbrüche zwischen Systemen

Fehlende oder instabile API-Verbindungen zwischen Shops, Banken, PSP und SteuerkanzleisystemDATEV.

Fehlende Buchungssätze, doppelte Exporte, manuelle Nacharbeit.

Monatlicher Stau im Finanzprozess, blockierte Auswertungen und Reporting-Verzögerung.

Fehlende Echtzeitdaten im Reporting

Reports bilden nur abgeschlossene Perioden ab.

KPIs werden auf Basis veralteter Informationen bewertet.

Reaktives statt proaktives Handeln – Entscheidungen zu spät oder auf falscher Basis.

Beispiel aus der Praxis: Ein Shopify-Händler verkauft über fünf Kanäle und gleicht monatlich PSP-Daten manuell ab. Fehlende Gebühren in den Payouts führen dazu, dass die ausgewiesene Marge um rund 3 % zu hoch erscheint. Erst Wochen später fällt der Unterschied auf, zu spät, um Kampagnen oder Preise anzupassen.

Diese Verzögerungen summieren sich. Je mehr Kanäle, PSPs und Länder hinzukommen, desto größer wird der Aufwand, das System zu stabilisieren. Wachstum verlangsamt sich nicht, weil der Markt stagniert, sondern weil die internen Prozesse es tun.

Auswirkungen auf Marge und Steuerbarkeit

Das finanzielle Fundament eines Unternehmens ist kein Selbstzweck, sondern es definiert, wie klar Margen, Kosten und Liquidität wirklich sichtbar sind. Im E-Commerce wirken sich schon kleine Buchungsfehler oder Zeitverzögerungen direkt auf Marge, Liquidität und Entscheidungsqualität aus.

Verzögerte Daten = falsche Entscheidungen

Wenn Daten erst Wochen nach Monatsende verfügbar sind, entsteht ein blinder Fleck im laufenden Geschäft. BWA und Reports bilden dann nicht die aktuelle Lage ab, sondern den vergangenen Zustand. In dynamischen Märkten – mit wechselnden Gebühren, Retouren und Werbekosten – führt das zu Fehlsteuerung:

Typische Folgen:

  • Marketingbudgets werden verlängert, obwohl Kampagnen längst unprofitabel sind.

  • Lagerbestände werden auf Basis überholter Umsatzzahlen geplant.

  • Cashflow-Probleme bleiben unbemerkt, bis Zahlungen stocken.

Ein reaktiver Finanzprozess bedeutet: Unternehmen handeln nach den Zahlen – nicht mit ihnen.

Fehlerhafte Buchungen = Margenverlust

Fehler in der Buchhaltung sind im E-Commerce selten grob, aber oft teuer. Falsch erfasste Gebühren, doppelte Erträge oder unberücksichtigte Rückzahlungen verschieben das tatsächliche Margenbild. Gerade bei Multi-Channel-Strukturen mit mehrerenvielen PSPs summieren sich kleine Abweichungen schnell und führen zu signifikant höheren Korrekturaufwänden, Nachzahlungen und Gebühren. zu signifikanten Verlusten.

Beispiele aus der Praxis:

  • PayPal zieht zusätzliche Transaktionsgebühren bei Währungsumrechnungen ab, die nicht korrekt gebucht werden.

  • Amazon verrechnet Erstattungen rückwirkend, wodurch Monatsreports scheinbar höhere Umsätze zeigen.

  • Shopify-Payouts enthalten bereits Gebührenabzüge, die trotzdem als Kosten separat erfasst werden – doppelte Belastung.

Ergebnis: Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zeigt eine Marge, die 2–4 % höher erscheint als die reale Marge. Eine Nachmeldung bei der Steuer führt zu hohen Nachzahlungen und ungeplantem Liquiditätsablfuss. 

Wann Finanzprozesse kippen – die 3 Phasen des Chaos

Kein Unternehmen startet mit komplexen Finanzstrukturen. Doch sobald Bestellungen, Kanäle und Zahlungspartner zunehmen, verschieben sich die Anforderungen schleichend, bis Prozesse, die gestern noch funktioniert haben, plötzlich blockieren. Das Finanzsystem kippt nicht über Nacht, sondern in Phasen.

Phase

Typisches Ordervolumen / Setup

Genutzte Tools

Zentrale Herausforderung

Wendepunkt / Warnsignal

Phase 1: Funktioniert noch – Excel & Steuerberater

Bis ca. 51.000 Bestellungen/Monat

Excel, manuelle PSP-Exports, Steuerkanzlei

Abläufe sind überschaubar, aber stark personenabhängig.

Monatsabschluss dauert zunehmend länger, Belege werden nachgereicht, Fehlerquote steigt.

Phase 2: Multi-Channel – steigende Komplexität

5001.000–5.000 Bestellungen/Monat, mehrere Vertriebskanäle

Shopify, Amazon, EasybillBillbee, PayPal, Klarna, PathwayDATEV

OSS-Meldungen, Gebühren und Retouren explodieren. Buchhaltung wird zur Datensammelstelle.

Rückfragen der Steuerkanzlei häufen sich, Cashflow-Prognosen fehlen, Reporting hinkt hinterher.

Phase 3: Internationalisierung & Skalierung

Mehr als 5.000 Bestellungen/Monat, mehrere Währungen

Shopify Plus, Amazon EU, Stripe, ERP-Systeme, Pathway, DATEV-API

Schnittstellen brechen, Datenvolumen überfordert manuelle Workflows.

Fehlende Datenverknüpfungen führen zu doppelten Buchungen, OSS-Fehlern und Margenabweichungen.

Der Wendepunkt kommt, wenn das Finanzteam mehr Zeit mit Datenpflege als mit Steuerung verbringt. Spätestens hier braucht es ein integriertes System, das Bank, PSP, Buchhaltung und Steuer in Echtzeit verbindet.



Das Beispiel zeigt, wie ein durchgängiger Workflow Transparenz und Geschwindigkeit in der Buchhaltung schafft.

Wie automatisierte Systeme das Problem lösen

E-Commerce-Finanzprozesse werden erst dann effizient, wenn sie nicht mehr manuell verbunden werden müssen. In vielen Unternehmen ist das allerdings noch Alltag – in Europa sind bislang nur rund 29 % der Finanz- und Buchhaltungsprozesse automatisiert. Die Lösung liegt nicht in einem weiteren Tool, sondern in der Verknüpfung aller bestehenden Systeme zu einem durchgängigen Datenfluss – vom Marktplatz über Rechnungsstellung & Zahlungsanbieter über die Bank bis hin zur Steuerkanzlei und dem Finanzamt.

End-to-End-Automatisierung statt Tool-Salat

In vielen Unternehmen existiert ein „Tool-Salat“ z.B.  aus Shopify, PayPal, Easybill und Co. Billbee, Excel und DATEV. Jede Schnittstelle funktioniert einzeln, aber nicht im Gesamtsystem. Daten werden exportiert, transformiert und wieder importiert – ein Prozess, der sich kaum kontrollieren lässt.

Automatisierte Systeme verbinden diese Datenpunkte zu einem einheitlichen Informationsstrom:

  • Shop → Rechnung/PSP → Bank → PSP → Buchhaltung → Steuerkanzlei

  • Daten werden einmal erfasst, automatisch geprüft und synchronisiert

  • jeder Beteiligte arbeitet mit denselben, aktuellen Zahlen

Vorteil: Fehler durch manuelle Exporte entfallen, Zeitaufwand sinkt deutlich, und die Nachvollziehbarkeit steigt.

Live-Daten & Echtzeit-BWA

Statt auf Monatsberichte zu warten, erhalten Teams mit Echtzeit-Systemen eine Live-BWA – also eine laufend aktualisierte Finanzübersicht. Sie zeigt tagesaktuelle Werte zu Umsatz, Gebühren, Steuern und Marge. Damit werden Entscheidungen datenbasiert und nicht mehr rückblickend getroffen.

Was sich ändert:

  • Marge, Cashflow und ROI sind jederzeit abrufbar

  • Gebühren und Retouren fließen sofort ein

  • Frühwarnsignale bei Kosten- oder Umsatzabweichungen

  • BWA und Reporting bilden dieselbe Datenbasis

Echtzeitdaten bedeuten: Führungskräfte können eingreifen, bevor Fehler teuer werden.

Zusammenarbeit mit Kanzlei digitalisieren

Automatisierung endet nicht in der Buchhaltung. Wenn Finanzdaten zentral erfasst werden, kann die Steuerkanzlei direkt auf dieselbe Datenbasis zugreifen. Kein Versand von PDFs oder CSV-Dateien und kein doppeltes Prüfen von Zahlen.

Digitale Zusammenarbeit bedeutet:

  • Kanzlei arbeitet im gleichen System mit Live-Zugriff

  • Änderungen und Buchungen werden automatisch dokumentiert

  • Rückfragen entfallen, weil alle Daten nachvollziehbar sind

  • GoBD-konforme Archivierung ist integriert

So entsteht ein durchgängiger Prozess, der Geschwindigkeit, Transparenz und Prüfsicherheit vereint.

Vorteile automatisierter Finanzprozesse

Automatisierung bringt vier zentrale Vorteile, die jedes wachsende E-Commerce-Unternehmen braucht:

  • Automatisierung: Reduziert manuelle Arbeit, verringert Fehler, beschleunigt Abschlüsse.

  • Transparenz: Jede Buchung ist nachvollziehbar und zentral abrufbar.

  • Sicherheit: Datenflüsse sind dokumentiert, GoBD-konform und revisionssicher.

  • Skalierbarkeit: Prozesse wachsen mit dem Unternehmen – nicht umgekehrt.

Praxisbeispiel: Automatisierter Zahlungsabgleich

Der Zahlungsabgleich ist einer der zeitintensivsten und fehleranfälligsten Finanzprozesse im E-Commerce. Manuell müssen Rechnungen, Zahlungseingänge, Gebühren und Auszahlungen aus verschiedenen Systemen geprüft und abgeglichen werden – häufig über Excel oder Zwischenimporte in DATEV.

Eine automatisierte Lösung standardisiert diesen Ablauf. Der Prozess läuft in fünfvier klar definierten Schritten:

  1. Bestellung & Rechnungsstellung: Bestellvorgang, Storno, Retouren und zugehörige Dokumente werden synchron erstellt, versandt und GoBD-konform abgelegt.  

  2. Zahlungseingang erkennen: Transaktionen aus PSPs wie Stripe, Klarna oder PayPal werden automatisch mit den zugehörigen Bestellungen abgeglichen.

  3. Gebühren erfassen: PSP-Gebühren werden direkt übernommen und korrekt kontiert – ohne zusätzliche Buchungssätze.

  4. Belegzuordnung: Belege aus Shop oder Marktplatz werden automatisch mit (Sammel)ausZzahlung und Buchung verknüpft und kontiert. . Vorbereitende Buchhaltung 

  5. Buchung in DATEV: Der Datensatz wird vollständig übergeben, inklusive Kontierung, Beleglink und Gebühreninformation.


Vergleich manueller vs. automatisierter Zahlungsabgleich

Kriterium

Manuell

Automatisiert

Zeitaufwand pro Monat

8–12 Stunden

30–45 Minuten, nur Sonderfälle

Fehlerquote (Dubletten, Fehlzuordnungen, fehlende Belege)

10–15 %

<1 %

Reporting-Verzögerung

7–14 Tage

Echtzeit

Nachvollziehbarkeit (Audit-Trail)

Teilweise, je nach Dokumentation

Vollständig, mit digitalem Prüfpfad

Zusammenarbeit mit Kanzlei

CSV-/Mail-Exporte, separate Tools

Direkter Zugriff auf Systemdaten

Durch den automatisierten Zahlungsabgleich wird der Monatsabschluss nicht nur schneller, sondern auch verlässlicher. Das Finance-Team kann sich auf die Steuerung konzentrieren, statt Daten zu pflegen.

Das Beispiel zeigt, wie ein durchgängiger Workflow Transparenz und Geschwindigkeit in der Buchhaltung schafft.

Fazit: Wenn Finanzen skalieren sollen, müssen Systeme es auch

Wachstum braucht Echtzeitdaten. Solange Finanzprozesse auf manuellen Abgleichen und Einzelsystemen beruhen, bleibt jede Entscheidung reaktiv. Erst wenn Payment, Bank, Payment, Buchhaltung und Steuer End-to-End verbunden sind, entsteht die Transparenz, die Skalierung möglich macht.


Häufig gestellte Fragen zu Finanzprozessen im E-Commerce

Warum stimmen meine Shopify-Auszahlungen nicht mit den Umsätzen überein?

In Shopify wird der Bruttoumsatz angezeigt, während Zahlungsanbieter wie PayPal, Stripe oder Klarna bereits Gebühren und Rückerstattungen abziehen, bevor sie auszahlen. Das führt dazu, dass SammelaAuszahlungsbeträge immer geringer sind als die Summe der einzelnen Shop-Umsätze. Eine automatisierte Abstimmung zwischen PSP und Buchhaltung löst diese Abweichung, weil die Einzelbelege zur Sammelauszahlung matcht und sdie Nettobeträge und Gebühren direkt korrekt kontiert.

Wie buche ich PayPal- und Stripe-Gebühren richtig?

Gebühren müssen separat als Aufwand verbucht werden – sie dürfen nicht einfach in der Umsatzbuchung enthalten sein. Viele Händler erfassen sie zu spät oder gar nicht, was Margen verzerrt. Ein automatisierter Zahlungsabgleich (z. B. über Bank2Tax-Prinzip) kontiertordnet die Gebühren automatisch zu und verringert Nacharbeit und verhindert Nachmeldungen beim Finanzamt.

Warum kommt meine BWA immer Wochen zu spät?

Weil Belege, Zahlungen und Buchungen in unterschiedlichen Systemen liegen. Klassische Buchhaltungsabläufe arbeiten mit periodischen Exporten, statt mit kontinuierlichem Datenfluss. Erst wenn Rechnungsstellung / PSP, Bank, PSP und Buchhaltung live synchronisiert sind, kann eine Echtzeit-BWA erstellt werden, die täglich aktualisiert wird.

Wie kann ich OSS-Meldungen für das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)für den JahresabschlussAmazon und Shopify automatisieren?

Viele Marktplätze liefern zwar Steuerdaten, aber keine vollständigen OSS-Berichte. Die Automatisierung gelingt, wenn Transaktionen zentral gesammelt, nach Land und Steuersatz zugeordnet und per Klickim GoBD-Format  im OSS Return XML Schema (EU-Format) exportiert werden. Tools mit integriertem OSS-Workflow (z. B. Frienton oder Easybill) übernehmen diese Schritte automatisch.

Welche Software verbindet Bank, Payment-Provider und SteuerDATEV automatisch?

Lösungen, die auf End-to-End-Datenfluss (Bank2Tax-Prinzip) basieren, können PSP-Transaktionen, Bankbewegungen und Buchungssätze täglich in einem System zusammenführen. Beispiele sind spezialisierte Financial-Operating-Systeme (Financial-Ops-Plattformen)Ops-Plattformen wie Frienton, die alle Transaktionen live abgleichen und direkt an DATEV/ADDISON übergeben.

Ab wann lohnt sich eine Automatisierung überhaupt?




 
 
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