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Shopify-Buchhaltung automatisieren: Bestellungen, Rechnungsstellung, Zahlungsverarbeitung und DATEV-Export Schritt für Schritt

  • Autorenbild: Josef Schindler
    Josef Schindler
  • 1. Juli
  • 9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Fachlich geprüft von Dr. Josef Schindler · Co-Founder & CEO · Frienton · LinkedIn

Geprüft auf finanzielle Genauigkeit, Praxisrelevanz und E-Commerce-Buchhaltung.


Das Wichtigste vorab

  • Shopify bietet für den deutschen Markt keine GoBD-konforme Buchhaltungslösung: Das Matching von Rechnungen und Transaktionen, die Zuordnung zu den korrekten SKR-Konten und der DATEV-Export müssen extern abgebildet werden.

  • Sammelauszahlungen bündeln Bestellungen, Gebühren, Rückerstattungen und Stornierungen.

  • Bereits ab etwa 50 bis 100 Bestellungen pro Monat kann die manuelle Verbuchung schnell fehleranfällig werden.

  • Rechnungen können aus Shopify nativ oder über Tools wie easybill und Billbee erstellt werden.

  • E-Rechnungen sind derzeit nur über externe Tools abbildbar.

  • Frienton verbindet die Daten in automatisierter Form und übergibt vorgebuchte Buchungsstapel an DATEV oder ADDISON.


Shopify-Buchhaltung automatisieren: Bestellungen, Rechnungen, Zahlungen und DATEV sauber verbinden und vorgebuchte Buchungsstapel erstellen.

Was Shopify für den deutschen Markt bewusst nicht abdeckt


Shopify ist eine global ausgerichtete E-Commerce-Plattform und kein Buchhaltungssystem für den deutschen Markt. Die Plattform wurde entwickelt, um Produkte, Bestellungen, Zahlungen und Verkaufskanäle über Ländergrenzen hinweg zu verwalten. Nationale Anforderungen an Buchführung, Steuererklärungen und revisionssichere Archivierung gehören dagegen nicht zu ihren Kernaufgaben.

Für deutsche Unternehmen reicht es deshalb nicht aus, Bestellungen und Zahlungsinformationen ausschließlich in Shopify zu verwalten.


Nach den GoBD müssen steuerlich relevante Daten vollständig, nachvollziehbar, unveränderbar und für eine Betriebsprüfung zugänglich aufbewahrt werden. Dazu gehören auch eine nachvollziehbare Änderungshistorie, eine Verfahrensdokumentation und die Möglichkeit, relevante Daten in einem auswertbaren Format bereitzustellen. Seit dem 1. Januar 2025 gelten außerdem neue Anforderungen an elektronische Rechnungen: Ein einfaches PDF ist keine E-Rechnung im steuerrechtlichen Sinne. Erforderlich ist ein strukturiertes elektronisches Format, beispielsweise XRechnung oder ein zulässiges ZUGFERD-Format.


Im Shopify-Standard fehlen insbesondere:


  • eine integrierte Finanzbuchhaltung

  • die Erstellung und Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung

  • ein vollständiger DATEV-Export für die Steuerkanzlei

  • die native Erstellung strukturierter E-Rechnungen im Format XRechnung oder ZUGFeRD

  • der automatische Abgleich von Bestellungen, Gebühren, Rückerstattungen und Bankauszahlungen

  • ein vollständiger deutscher Rechnungsworkflow mit kontrolliertem Rechnungsnummernkreis und revisionssicherer Archivierung

  • die Erstellung und Übermittlung vollständiger OSS-Meldungen


Shopify unterstützt zwar die Berechnung europäischer Umsatzsteuer, die Hinterlegung einer OSS-Registrierung und inzwischen auch bestimmte VAT-Invoice-Funktionen. Die Plattform übernimmt jedoch nicht den vollständigen deutschen Buchhaltungs-, Melde- und Übergabeprozess.


Das ist weniger eine funktionale Schwäche als eine bewusste Architekturentscheidung. Shopify bildet den E-Commerce-Prozess ab. Die Anpassung an deutsche Buchhaltungs- und Steueranforderungen erfolgt in einer zweiten Systemschicht, die Shopdaten mit Rechnungen, Zahlungsanbietern, Bankbewegungen und dem System der Steuerkanzlei verbindet.


Umsatz, Zahlung, Buchung: Die drei Datenschichten einer Shopify-Bestellung


Eine Shopify-Bestellung ist aus buchhalterischer Sicht kein einzelner, abgeschlossener Vorgang. Sie erzeugt drei voneinander getrennte Datensätze: einen im Shop beziehungsweise in der Rechnungsstellung, einen beim Zahlungsanbieter und einen in der Buchhaltung. Diese Datensätze entstehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, enthalten unterschiedliche Informationen und lassen sich ohne eine geeignete Verbindungsschicht nicht unmittelbar zusammenführen.


Auf der Shop- und Rechnungsebene wird zunächst der Verkauf erfasst. Shopify dokumentiert den Bruttobetrag, die einzelnen Produktpositionen, Versandkosten, Steuersätze sowie mögliche Rabatte, Gutscheine oder Rückerstattungen. Die zugehörige Rechnung kann je nach Setup direkt in Shopify oder über ein angebundenes Rechnungstool wie easybill oder Billbee erstellt werden. Sie ergänzt die Bestelldaten unter anderem um Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Nettobetrag, Umsatzsteuer und Bruttorechnungsbetrag.


Die Payment-Ebene bildet dagegen den tatsächlichen Zahlungsfluss ab. Zahlungsanbieter wie Shopify Payments, Stripe, PayPal oder Klarna erfassen die einzelne Zahlung, ziehen Gebühren ab und berücksichtigen gegebenenfalls Währungsumrechnungen, Rückerstattungen, Chargebacks oder Sicherheitsreserven. Die Auszahlung auf das Bankkonto erfolgt häufig erst einige Tage später und bündelt mehrere Einzelzahlungen in einer Sammelauszahlung.


In der Buchhaltung müssen Bestell-, Rechnungs- und Zahlungsdaten schließlich zusammengeführt und korrekt übersetzt werden. Typischerweise wird die Forderung in Höhe des Bruttorechnungsbetrags über einen Sammeldebitor erfasst und in Nettoerlös und Umsatzsteuer aufgeteilt.


Der spätere Zahlungseingang sowie Gebühren, Rückerstattungen und weitere Abzüge werden über ein Zahlungsanbieter-Verrechnungskonto zugeordnet. Gleichzeitig müssen Umsätze nach Steuersatz und Lieferland differenziert werden. Gutscheine können zusätzlich als Verbindlichkeit zu behandeln sein, solange sie noch nicht eingelöst wurden.

Ebene

Zeitpunkt

Inhalt

Verantwortlich

Shop und Rechnung

Bei Bestellung beziehungsweise Rechnungserstellung

Produkte, Versandkosten, Rabatte, Nettobetrag, Umsatzsteuer und Bruttorechnungsbetrag

Shopify oder ein Rechnungstool wie easybill oder Billbee

Payment

Nach Verarbeitung der Zahlung

Einzeltransaktion, Gebühren, Rückerstattungen, Chargebacks und mögliche weitere Abzüge

Zahlungsanbieter wie Shopify Payments, Stripe, PayPal oder Klarna

Buchhaltung

Nach der Datenübertragung

Erfassung der Forderung über einen Sammeldebitor, Aufteilung in Nettoerlös und Umsatzsteuer sowie Zuordnung von Zahlungseingängen, Gebühren und weiteren Differenzen über ein Zahlungsanbieter-Verrechnungskonto

Steuerkanzlei oder Buchhaltungssystem

Die zentrale Herausforderung liegt damit nicht in der Erfassung einer einzelnen Bestellung, sondern in der Verbindung der drei Ebenen. Der Shop kennt den Verkauf, der Zahlungsanbieter den Geldfluss und die Buchhaltung übernimmt die steuerliche Einordnung. Erst wenn diese Informationen automatisiert abgeglichen und in eine einheitliche Buchungslogik übersetzt werden, entsteht eine belastbare buchhalterische Aussagekraft.


Warum stimmt der Shopify-Payout selten mit dem Umsatz überein?


Eine Shopify-Auszahlung entspricht in der Regel weder einer einzelnen Bestellung noch dem Umsatz eines bestimmten Tages. Shopify Payments bündelt mehrere Zahlungen zu einer Sammelauszahlung und zieht dabei verschiedene Positionen direkt vom verfügbaren Guthaben ab.


Dazu gehören insbesondere:


  • Zahlungs- und Kreditkartengebühren

  • Rückerstattungen

  • Chargebacks und Bearbeitungsgebühren

  • Gebühren für Währungsumrechnungen

  • zusätzliche Gebühren bei externen Zahlungsanbietern

  • mögliche Reserveeinbehalte


Hinzu kommt die zeitliche Verschiebung: Eine Bestellung kann heute eingehen, aber erst mehrere Tage später ausgezahlt werden. Gleichzeitig kann eine aktuelle Auszahlung Rückerstattungen aus früheren Zeiträumen enthalten.


Shopify weist im offiziellen Payout-Abstimmungsbericht von Shopify Payments selbst darauf hin, dass die Auswertung erhaltene Gelder und keine Umsatzaufstellung für Buchhaltungszwecke darstellt. Umsatz und Auszahlung sind daher bewusst voneinander getrennt.


Der Betrag, der  auf dem Geschäftskonto eingeht, ist nur der Saldo der zuvor beschriebenen Einflussfaktoren. Für eine korrekte Buchhaltung muss die Sammelauszahlung in Umsätze, Gebühren, Rückerstattungen und weitere Abzüge zerlegt werden.


Was Shopify Payments abrechnet und welche Herausforderungen dadurch für die Buchhaltung entstehen


Shopify Payments zieht Gebühren, Rückerstattungen und Chargebacks direkt von den eingegangenen Zahlungen ab. Anschließend werden mehrere Vorgänge zu einer intransparenten Sammelauszahlung zusammengefasst.

Position

Typische Ausgestaltung

Buchhalterische Behandlung

Shopify-Payments-Gebühr

Tarif- und zahlungsartabhängig

Betriebsausgabe

Chargeback-Gebühr

Pauschal beziehungsweise vertragsabhängig

Betriebsausgabe

Währungsumrechnung

Prozentuale Umrechnungsgebühr

Betriebsausgabe

Gebühr bei externem Zahlungsanbieter

Tarifabhängig

Betriebsausgabe

Reserveeinbehalt

Variabel

Forderung, kein Aufwand

Entscheidend ist die getrennte Verbuchung. Der Verkauf wird mit dem vollständigen Bruttobetrag erfasst. Die einbehaltene Zahlungsgebühr wird separat als Aufwand gebucht.


Bei einer Bestellung über 100 Euro brutto entfallen bei 19 Prozent Umsatzsteuer 84,03 Euro auf den Nettoerlös und 15,97 Euro auf die Umsatzsteuer. Behält Shopify 2,50 Euro an Gebühren ein, werden nur 97,50 Euro ausgezahlt. Trotzdem muss der vollständige Bruttorechnungsbetrag von 100 Euro erfasst werden. Die 2,50 Euro sind separat als Aufwand zu verbuchen.


Werden stattdessen nur die ausgezahlten 97,50 Euro als Umsatz erfasst, werden Verkauf und Plattformgebühr miteinander vermischt. Dadurch werden Umsatz und Umsatzsteuer zu niedrig ausgewiesen.


Für Shopify-Gebühren eines EU-Vertragspartners kann außerdem das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG gelten. Die konkrete Behandlung sowie Konten und Steuerschlüssel hängen von Rechnung, Vertragspartner und verwendetem Kontenrahmen ab.


Erfüllt eine Standardrechnung aus Shopify die deutschen GoBD-Anforderungen?


Eine aus Shopify erzeugte Rechnung ist nicht automatisch GoBD-konform. Entscheidend ist nicht nur, ob alle Pflichtangaben enthalten sind, sondern auch, ob Rechnungen unveränderbar, nachvollziehbar und während der gesamten Aufbewahrungsfrist verfügbar bleiben. Rechnungen und Buchungsbelege sind grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren.


Bei einer rein nativen Shopify-Lösungkönnen  vor allem drei mögliche Lücken entstehen:


  • Nachträgliche Änderungen: Werden Bestell- oder Kundendaten nach der Rechnungserstellung geändert, muss die Belegkette erhalten bleiben. Es muss erkennbar sein, welche Angaben auf der ursprünglichen Rechnung standen, was nachträglich geändert wurde und welcher Korrektur- oder Stornobeleg dazu gehört. Die ursprüngliche Rechnung darf nicht einfach spurlos überschrieben werden.

  • Rechnungsnummern: Die Nummer muss eindeutig und einem nachvollziehbaren Nummernkreis zugeordnet sein. Shopify-Bestellnummern allein reichen dafür nicht immer aus.

  • Archivierung: Die Aufbewahrungspflicht besteht auch nach Kündigung oder Migration des Shops weiter.


Hinzu kommt die E-Rechnungspflicht im inländischen B2B-Geschäft. Seit Januar 2025 müssen Unternehmen strukturierte E-Rechnungen empfangen können. Ab 2027 greift die Versandpflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz, ab 2028 grundsätzlich für alle betroffenen B2B-Umsätze. B2C-Verkäufe bleiben ausgenommen. Eine Übersicht über Formate, Übergangsfristen und Ausnahmen bieten die FAQ des Bundesfinanzministeriums zur E-Rechnung.


Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Shopify eine Rechnung erzeugen kann, sondern ob der gesamte Prozess einer Betriebsprüfung standhält und die künftigen E-Rechnungsformate unterstützt.


Rechnungen aus Shopify, easybill oder einer Buchhaltungssoftware: Die drei praktischen Wege


Im deutschen Markt haben sich drei typische Setups etabliert. Alle können funktionieren. Entscheidend ist, wie komplex das Geschäftsmodell ist und wie sauber die Daten an DATEV oder ADDISON übergeben werden.

Weg

Typischer Einsatz

Stärke

Grenze

Rechnung direkt aus Shopify

Einfache B2C-Shops

Wenige Systeme, zentrale Datenquelle

Sonderfälle wie OSS, Reverse Charge und B2B-E-Rechnungen

Externes Rechnungstool wie easybill, Billbee oder Chargebee

Multi-Channel, internationale Verkäufe, Abos

Spezialisierte Funktionen und E-Rechnungen

Zusätzliches Tool mit Aufwand für die Schnittstellenpflege

Buchhaltungssoftware wie sevdesk oder Lexware Office

Kleine Shops mit einfacher Struktur

Rechnungsstellung und Buchhaltung in einem System

Begrenzte Tiefe bei mehreren PSPs und manueller Aufwand für die Verbuchung von Sammelauszahlungen

Die Auswahl sollte sich nicht nach persönlicher Tool-Vorliebe richten. Wichtiger sind Verkaufskanäle, Bestellvolumen, B2B-Anteil, OSS-Pflichten und die Arbeitsweise der Steuerkanzlei. Entscheidend ist, dass der Datenfluss von der Bestellung bis zum fertigen Buchungsstapel zuverlässig funktioniert.


Wie kommen die Buchungen in das DATEV-System der Steuerkanzlei?


Der DATEV-Buchungsdatenservice verbindet externe Softwarelösungen direkt mit dem DATEV-Rechnungswesen. Über die Online-Schnittstelle lassen sich vollständige Buchungssätze, Stammdaten und die zugehörigen Belegbilder sicher zu DATEV übertragen. Von dort übernimmt die Steuerkanzlei die Daten in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen und verarbeitet sie im gewohnten System weiter.


Der Ablauf besteht aus vier Schritten:


  • Die Bestell-, Zahlungs- und Rechnungsdaten aus Shopify laufen in der angebundenen Partnersoftware zusammen.

  • Die Software bereitet daraus einen Buchungsstapel im standardisierten DATEV-Format vor.

  • Buchungsdaten und Belegbilder werden verschlüsselt in das DATEV-Rechenzentrum übertragen.

  • Der Steuerberater ruft die bereitgestellten Daten in seinem DATEV-Rechnungswesen ab und übernimmt sie in den Mandantenbestand.


Die DATEV-Datenservices übertragen die Daten damit automatisiert vom Ursprungssystem in die Programme der Kanzlei. Ein Versand per E-Mail, ein manueller Datei-Upload oder der Wechsel in eine andere Produktionssoftware ist nicht erforderlich.

Dieses additive Modell lässt die bestehende Aufgabenverteilung unangetastet:


Die vorbereitende Buchhaltung findet im vorgeschalteten System statt, während die Steuerkanzlei weiterhin in ihrer gewohnten DATEV-Umgebung arbeitet. Entscheidend ist deshalb, ob die eingesetzte Software den Buchungsdatenservice tatsächlich integriert oder den Datentransfer weiterhin über heruntergeladene Dateien und manuelle Importe löst.


Wie Frienton den Weg von der Shopify-Bestellung bis in die DATEV-Welt zusammenführt


Frienton ist weder eine reine Rechnungssoftware noch ein Umsatzdaten-Converter. Als Financial Operating System verbindet die Plattform die drei Datenschichten einer Shopify-Bestellung: den Verkauf im Shop, den Geldfluss beim Zahlungsanbieter und die steuerliche Verarbeitung in der Buchhaltung.


Dazu führt Frienton unter anderem folgende Bereiche zusammen:


  • Multibanking und Kreditkarten wie AMEX über PSD2-basierte Bankanbindungen

  • Integrationen zu Shops und Zahlungsanbietern wie Shopify, Amazon, Stripe und PayPal

  • Anbindung unterschiedlicher Rechnungsquellen, beispielsweise Shopify, easybill, Billbee oder Chargebee

  • Matching von Eingangs- wie Ausgangsrechnungen und dazugehörigen Zahlungstransaktionen

  • laufende Verbuchung nach SKR03 oder SKR04

  • Verarbeitung von Gebühren, Rückerstattungen und steuerlichen Besonderheiten

  • Live-BWA, Cashflow-Statement und Plan-Ist-Vergleich

  • vorgebuchte Buchungsstapel für DATEV und ADDISON


Daten aus dem Shop, von Zahlungsanbietern, Rechnungsquellen und Banken fließen in Frienton in einer gemeinsamen Buchungslogik zusammen. Gebühren, Rückerstattungen, steuerliche Besonderheiten und Zahlungstransaktionen werden dabei automatisiert verarbeitet und korrekt zugeordnet. Die Steuerkanzlei erhält vollständige vorgebuchte Buchungsstapel für DATEV oder ADDISON und kann diese direkt in ihrer bestehenden Umgebung weiterverarbeiten. 


Im Vergleich zu spezialisierten Umsatzdaten-Convertern beschränkt sich Frienton dabei nicht auf die Aufbereitung von Shopdaten. Die Plattform verbindet Multibanking, laufende Verbuchung, Live-Auswertungen und die Übergabe an die Steuerkanzlei in einem System.


Frienton liefert einen vorgebuchten Buchungsstapel in das bestehende DATEV- oder ADDISON-System der Steuerkanzlei. Die Kanzlei kann ihre Produktionssoftware und ihre etablierten Abschlussprozesse weiterverwenden.


Ab wann lohnt sich die Automatisierung der Shopify-Buchhaltung?


Die einfache Antwort wäre eine feste Schwelle für die Anzahl monatlicher Bestellungen. Die bessere Antwort ist eine Frage der Architektur: Automatisierung wird notwendig, sobald die Buchhaltung fehleranfällig wird, nur noch durch erhöhte Aufmerksamkeit funktioniert und sich  nicht mehr durch einen stabilen Prozess auszeichnet.

Für viele Shops liegt diese Schwelle bereits im niedrigen dreistelligen Bbereich. Entscheidend ist jedoch weniger das Volumen selbst  als vielmehr die damit einhergehende zunehmende Komplexität.


Typische Indikatoren dafür sind:


  • Der Monatsabschluss dauert immer länger und bindet regelmäßig operative Ressourcen.

  • Die Steuerkanzlei fragt häufiger nach, weil sich Auszahlungen nicht eindeutig zuordnen lassen.

  • Neben Shopify Payments kommt ein weiterer Zahlungsanbieter wie PayPal hinzu.

  • Die grenzüberschreitenden B2C-Umsätze in andere EU-Staaten überschreiten die relevante Schwelle von 10.000 Euro pro Jahr.

  • Der B2B-Anteil wächst und damit steigen die Anforderungen an strukturierte E-Rechnungen.

  • Das Team benötigt aktuelle Zahlen, statt auf die BWA eines vergangenen Monats zu warten.

  • Die oft manuellen Buchhaltungsaufwände und -kosten übersteigen den gewünschten Rahmen. 


Nur in einem  dieser Punkte geht es um die Kosten der Buchhaltung. Im Vordergrund steht vielmehr um die Steuerbarkeit des Unternehmens. Automatisierung schafft die Grundlage dafür, Umsätze, Gebühren, Liquidität und offene Vorgänge laufend zu beurteilen, anstatt sie lediglicht nachträglich zu dokumentieren.


Fazit: Shopify-Buchhaltung ist eine Frage der Finanzarchitektur


Shopify-Buchhaltung ist kein Compliance-Randthema, sondern eine Strukturfrage: Läuft das Finanzsystem der Verkaufsplattform hinterher oder macht es das Geschäft aktiv steuerbar?


Die eigentliche Entscheidung liegt nicht zwischen einzelnen Tools, sondern zwischen zwei Architekturen. Die eine sammelt Daten nachträglich ein. Die andere verbindet Shop, Zahlungsanbieter, Bank und Steuerkanzlei fortlaufend und in Echtzeit.


Ein automatisiertes Setup reduziert manuelle Arbeit und schafft die Grundlage für aktuelle Zahlen, schnellere Monatsabschlüsse und weiteres Wachstum.  Jetzt ein unverbindliches Gespräch vereinbaren.


Häufig gestellte Fragen zur Shopify-Buchhaltung und zu DATEV


Wie werden Verkäufe in US-Dollar oder britischen Pfund buchhalterisch behandelt?

DATEV-Rechnungswesen unterstützt Buchungen in Fremdwährungen, verarbeitet die Werte für das deutsche Rechnungswesen jedoch auf Basis der Euro-Beträge. Eine Fremdwährungsforderung wird zum maßgeblichen Kurs in Euro umgerechnet. Unterschiede zwischen dem Wert zum Bestellzeitpunkt und dem späteren Zahlungseingang werden als Kursgewinn oder Kursverlust erfasst.


Bei Shopify Payments kommt gegebenenfalls eine zusätzliche Währungsumrechnungsgebühr hinzu. Seit dem 6. April 2026 berechnet Shopify diese Gebühr direkt auf den Bruttobestellwert.

Überschreiten bestimmte grenzüberschreitende B2C-Umsätze innerhalb der EU insgesamt 10.000 Euro pro Jahr, gilt grundsätzlich die Besteuerung im Bestimmungsland. Die Umsätze müssen deshalb nach Lieferland und Steuersatz getrennt erfasst werden.


Eine Automatisierungslösung bereitet diese Daten auf und übergibt sie mit der passenden Steuerlogik an die Buchhaltung. Die eigentliche OSS-Meldung wird weiterhin zentral über das Bundeszentralamt für Steuern eingereicht.

Nein, sofern das eingesetzte System das etablierte DATEV-Format oder den DATEV-Buchungsdatenservice unterstützt. Die Kanzlei arbeitet weiterhin in ihrer bestehenden DATEV- oder ADDISON-Umgebung und übernimmt dort den vorbereiteten Buchungsstapel samt Beleginformationen. Damit entsteht weder ein Wechsel der Produktionssoftware noch eine zusätzliche Plattformpflicht für die Steuerkanzlei.

Ja. Bestehende Rechnungstools können über Schnittstellen als Rechnungsquelle eingebunden werden. Rechnungen aus easybill, Billbee, Chargebee oder Stripe Billing dienen dann weiterhin als Grundlage für die automatische Verbuchung.

Der Rechnungsprozess muss dafür nicht ersetzt werden. Die Finanzplattform ergänzt das bestehende Setup und verbindet es mit Zahlungs-, Bank- und Buchhaltungsdaten. Wie diese API-Integrationen bestehende Systeme miteinander verbinden, zeigt die Übersicht der verfügbaren Schnittstellen.


ÜBER DEN AUTOR

Dr. Josef Schindler

Co-Founder & CEO · Frienton

Dr. Josef Schindler ist Co-Founder & CEO von Frienton, dem Financial Operating System für wachsende Unternehmen. Er hat in den letzten 15 Jahren drei Unternehmen mitgegründet und weitere SaaS- und Tech-Unternehmen als Interim-CEO oder COO durch Wachstumsphasen begleitet. Er schreibt praxisnah über Finance Operations, Reporting und den finanziellen Backbone wachsender Unternehmen.

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